
Unsere Schule, unsere Themen, unsere Stimme.
Wir leben in einer Zeit, in der absolut jeder seine Meinungen und Überzeugungen öffentlich machen kann und auch öfters als vielleicht erwartet Gehör findet. So gelingt es vielen eine kleine Nische im Netz zu besetzen. Dies ist für sich eine grandiose Tatsache, führt aber auch dazu, dass eine sehr grosse Menge von Menschen, über die gleichen Themen Sprechen und dass das ganze Spektrum an Meinungen vertreten ist. Jetzt kam es aber dazu, dass manche Ecken des Internets sich in Echokammern verwandelten und einige nur noch mit Menschen im Internet verkehren, welche die gleiche Meinung vertreten wie sie.
Meiner Meinung nach führt das zu einem Gefühl der Selbstverständlichkeit, was die eigene politische Meinung angeht und zu einer Vernachlässigung des Auseinandersetzens mit politisch Andersgesinnten. Wenn man konstant von seinem Umfeld (ob im Internet oder physisch) in seinen Meinungen bestätigt wird, gibt es keinen offensichtlichen Grund sie zu hinterfragen. Dies führt einerseits dazu, dass sich bei einigen die Meinungen intensivieren und vielleicht sogar ans Extreme grenzen.
Andererseits führt es dazu, dass sie ihre Meinungen immer seltener begründen oder legitimieren müssen und es zur Gewohnheit wird, Meinungen zu bilden, die überhaupt nicht fundiert sind, oftmals nur die Position von Gleichgesinnten reflektieren und hinter denen kein Einfluss eines Individuums zu spüren ist. Dadurch werden für einen selbst die Sichtweisen von politisch Andersgesinnten immer wie unverständlicher und unsinniger. Dies macht es schwierig, ein konstruktives Gespräch über politische Themen zu führen, da ein Minimum an Verständnis dem Gegenüber auf beiden Seiten eine grundlegende Voraussetzung ist.
Etwas das man tun kann, um solchen Tendenzen entgegenzuwirken ist, sich öfters auf Diskussionen mit Andersgesinnten einzulassen und ihnen eine Chance zu geben. Wir sollten versuchen Konversationen so ehrlich und direkt, aber auch human und geduldig anzugehen, wie möglich. Wenn wir uns also von nun an angewöhnen, Diskussionen mehr wie eine Freundschaftspartie anzusehen als ein Tournament mit unzähligen Konsequenzen, dann wird es uns gelingen, die Kunst des Diskurses wiederzubeleben.